Der talentierte Schüler und seine Feinde – Über das Buch

Die zehn großen Tabus zum Thema Schule:

  • Die Talentvernichtungsindustrie oder warum wir uns die systematische Zerstörung der Talente unserer Kinder in der Schule nicht mehr länger leisten können.
  • Individuelle Begabung als Störfall oder warum Schule versucht, aus talentierten Sprintern schlechte Marathonläufer zu machen.
  • Eine einfache Wahrheit oder warum die besten Schulen der Welt nicht mehr kosten als die schlechtesten.
  • Das Diktat der Mittelmäßigkeit oder warum in der Schule die besten Lehrer gemobbt statt befördert werden.
  • Die dunkle Seite der Ohnmacht oder wie viel Ablehnung und Fehlurteile hält ein junger Mensch aus.
  • Die unerzogene Generation oder warum immer mehr Eltern die Schule für ihr eigenes Versagen verantwortlich machen.
  • Das Schwarze Loch oder wohin die Talente vieler junger Menschen am Weg zum Erwachsenen verschwinden.
  • Prinzip Selbstverantwortung oder wie Eltern die Talente ihrer Kinder richtig fördern können.
  • Schule als Kampftraining oder der harte Weg der Selbsterziehung
  • Der Feind in uns selbst oder was die Freunde des talentierten Schülers von Harry Potter lernen können.

Viel Lärm um zwei Nebenkriegsschauplätze:

  • Warum die Frage, ob der Weg ins Paradies über die Gesamtschule führt, religiösen Charakter bekommen hat.
  • Warum die PISA-Debatte den richtigen Stein ins Rollen gebracht hat, dieser aber in die falsche Richtung rollt.

Die Schule der Zukunft oder warum das Rad schon lange erfunden ist.
Der Freund des talentierten Schülers.
Beispiele von Schulen in Österreich und Deutschland, die sich bemühen, es besser zu machen.

Das Buch stützt sich auf die Erkenntnisse von einigen der weltweit führenden Wissenschaftler zum Thema Lernen und Schule. So schreibt Günter Blobel, Nobelpreisträger für Medizin 1999, in seinem Vorwort:

„Wenn wir bedenken, dass laut UNESCO in den nächsten 30 Jahren mehr Menschen eine Schule absolviert haben werden als in all den Jahren der bisherigen Geschichte der Menschheit, dann ist es geradezu ein Gebot der Stunde, die richtigen Schlüsse aus den Thesen von Andreas Salcher zu ziehen.“

10 Antworten zu “Der talentierte Schüler und seine Feinde – Über das Buch”

  1. brigitte sagt:

    Lieber Herr Dr. Salcher,
    schon lange verfolge ich mit Begeisterung Ihre Arbeit und Ihre Auftritte in der Öffentlichkeit, wo sich Ihre Aussagen stets mit meinen Gedanken decken. Im folgenden Beitrag möchte ich Ihnen gerne ein Bespiel aus der (meiner) Praxis geben, und Ihnen zugleich meine Frustration, Überforderung und inzwischen auch teilweise Ratlosigkeit näher bringen. Ich selbst bin 44 Jahre alt, habe maturiert, habe einen Lebensgefährten der studiert hat, und gemeinsam haben wir drei Kinder (16, 17 und 19 und alle in Schulausbildung). Seit Jahren ergeben wir und in der ach so stillen Vorweihnachtszeit jedes Jahr aus Neue dem absoluten Schul- und Lernwahnsinn, sodass ich am Heiligen Abend stets nur noch das Bedürfnis verspüre, mich heillos zu betrinken. Dies ist jetzt etwas ironisch gemeint, tatsächlich steckt dahinter jedoch eine bittere Realität, der zu entfliehen ich jedes Jahr als noch dringenderen (Weihnachts-)Wunsch verspüre. Denn ich habe den Eindruck, dass nahezu das gesamte Schuljahr in den Monaten November und Dezember (im schlimmsten Fall noch nach den elenden „Herbstferien“) stattfindet. Vorher wierd nichts gemacht, die Kinder langweilen sich in der Schule und auf den immer gleichen Exkursionen, doch im November, da wird plötzlich geprüft, was das Zeug hält. Noch ein Test, Referat, Schularbeit usw., alles unbedingt vor Weihnachten, denn die Zeit danach brauchen wir ja für die Entscheidungsprüfungen!
    Als meine Kinder noch klein waren und ich Ihnen Lesen, Rechnen und Englisch beibrachte, freute ich mich auf die Zeit, wenn sie älter sein würden und selbstständig für ihre Tests und Schularbeiten lernen würden. Weit gefehlt!
    Die drei Kinder befinden sich in verschiedenen Schulen, gehen in unterschiedliche Schulstufen, nur eines ist gleich, wir müssen mit allen dreien (intensiv) lernen!
    Als ich nun in Ihrem Buch die Passage „die Mutter lernt, der Vater lernt, der Nachhilfelehrer lernt…, dann wird gefragt, was WIR auf die MA-Schularbeit haben“, las, lernte mein Lebensgefährte gerade mit meinem 19-jährigen Sohn – Mathematik! Und das für Stunden, mit dem Ergebnis, dass alle bis auf einen Schüler negativ waren, also Nachschularbeit, zurück an den Start, wieder lernen. Er besucht ein Kolleg (2-jähriger Aufbaulehrgang auf die HTL-Matura). Ich muss sagen, dass sich der Lehrer dort sehr bemüht, die Lücken haben sie aus der Fachschule, wo ein aus Russland stammender Lehrer mit gewissem Akzent nicht in der Lage war, ihnen in Mathematik auch nur das Notwendigste beizubringen.
    Im Gegenzug habe ich dafür mit der Tochter meines Lebensgefährten (6. Klasse Gymnasium) Engisch gelernt, zusätzlich zur Mutter und der Nachhiflelehrerin selbstverständlich, Note: 4. Eh gut, weil in Mathematik hat sie den ersten 5er schon in der Tasche (auch trotz gemeinsamen Lernens mit allen Beteiligten).
    Nun belibt noch meine Tochter (7. Klasse, anderes Gymnasium), bis jetzt eine gute Schülerin (mit der wir aber selbstverständlich auch in Mathematik und Englisch immer lernen). Heuer in Mathematik wurde die Wahrscheinlichkeitsrechnung durchgenommen, mein Lebensgefährte hat an die 20 Stunden mit ihr gelernt. Beispiele wurden in der Schule nur teilweise oder fasch erklärt. Da sie sehr ehrgeizig ist, war sie VOR der Schularbeit bereits verzweifelt. Note: 4, Gesamtergebnis der Klasse: 10 5er, 13, 4er, 3 berssere Noten. Der Lehrer angefressen, die Schüler hatten im Vorfeld Lerngruppen gebildet, auch das hat nichts genützt. Ich war froh über den Vierer, meine Tochter jedoch auf das Tiefste frustriert. Gleich danach: Französisch-Schularbeit. Da kann ich nichts beitragen, also lernte sie allein. 2 Wochen lang, jeden Tag. Note: 5, Gesamtergebnis: 6 Fünfer, 4 Vierer, 2 Dreier. 7 Schüler sind zu der Schularbeit gar nicht hingegangen, wiel sie sich nicht in der Lage fühlten, eine positive Note zu schreiben. Gestern haben die Schüler die Noten bekommen, heute schreiben sie bei der gleichen Lehrerin die Englisch-Schularbeit. Sie können sich vorstellen, mit welcher Einstellung meine Tochter dorthin gegangen ist. Zufällig war gestern Elternsprechtag, aufgrund der Note pilgerte ich also zur Französisch-Lehrerin, obwohl ich dadurch wertvolle Stunden zum gemeinsamen Lernen mit meiner Tochter für die Englisch-Schularbeit verloren habe. Die Lehrerin ist sehr nett, ihre Ansprüche jedoch sehr hoch. Ich habe überhaupt den Eindruck, dass über allen Lehrern das Damoklesschwert der nahenden Zentalsmatura schwbt, sodass sie den Schülern, welchen sie möglicherweise zu wenig beigebracht haben, nuen möglichst viel abverlangen müssen. Ich versuchte ihr zu vermitteln, dass bei so einem Ergebnis vielleicht auch eine gewisse Schuld beim Unterrichtenden liege, sie ist aber der Meinung, die Kasse ist faul (kurz gesagt, sie hat es umschrieben). Zumindest hat sie aber erkannt, wie sehr sich meine Tochter bemüht und gelernt hat. Trotzdem ist das umso bitterer für mich, denn wenn totzt intensiven Lernens nur ein 5er herausschaut, bekomme ich Angst vor den weiteren Schularbeiten, das habe ich eingangs mit Ratlosigkeit gemeint. Zur Abrundung nurn noch Latein, Schule meiner Tochter, sie ist aber nicht betroffen. Gesamtergebnis der letzten Schularbeit: 9 5er, 4 Postive.
    Jetzt stellt sich mir die Frage oder besser gesagt die Fragen: sind meine bzw. unsere Kinder zu dumm, um eigenständig (ohne unsere Unterstützung in vielen Gegenständen) zur Matura zu gelangen? Ist es heute normal, dass bis auf einen Schüler pro Klasse ständig alle in mehreren Gegenständen ums Überleben kämpfen?
    Ist die Klasse meiner Tochter vom vorigen Jahr auf heuer großteils verblödet?

    Ich weiß, dass Sie mir diese Fragen nicht beantworten können, ich wollte hier auch nur ein Beispiel geben, wie es in österreichischen Familien zugeht, denn bei vielen miener Bekannten läuft es ganz genau so. Wenn ich dann von irgendwelchen Experten höre, was nicht alle die Eltern falsch oder zu wenig oder nicht gemacht haben, dann bin ich oft kurz davor, einen Stein in meinen Fernseher zu werfen, so unerträglich sind solche Statements mittlerweile für mich.

    Abschließend möchte ich Sie eigentlich um nichts anderes bitten, als weiterhin jede Gelegenheit zu ergreifen, um auf die Misstände in unseren Schulen hizuweisen, vielleicht hört ja doch iregenwann jemand auf Sie! Die Pisa-Studie bietet ja wieder einmal Anlass genug, auch mit der Tatsache, dass der Streit um die Lehrerarbeitszeit Mitschuld am schlechten Ergebnis hat. Wobei ich am erschütterndsten finde, dass die Lehrer damals die Schüler für sich instrumetalisiert haben, und das haben sie, das braucht kein Experte in Frage zu stellen! Ich habe mir von meiner Tochter das alles angehört, wie schlecht das für die Schüler wäre, wenn die Lehrer länger arbeiten müssten!

    Ach ja, ich habe selbstverständlich eine (mindestens) 40-Stunden- Woche und einen Haushalt, aber mit meinen Kindern zu lernen, MUSS sich immer ausgehen!

    Besonder wünschen würde ich mir, dass sich die Eltern endlich einmal zusammenfinden und organisieren un LAUT darauf hinweisen, dass es so nicht mehr lange weitergehen kann! Für meine Kinder wird es dann zwar zu spät sein, doch mir tun die Eltern aller zukünfitgen Schüler jetzt schon leid.

    Ich verstehe selbstverständlich, wenn Sie aus Zeitgründen nicht in der Lage sind, auf diesen langen Eintrag hin zu antworten, würde mich aber trotzdem sehr darüber freuen. Es hat mir jedoch schon sehr geholfen, meinem überwältigenden Frust hier einmal Luft zu machen.

    Liebe Grüße und viel Erfolg für Ihre weitere Arbeit!
    Brigitte W.

    • Doris sagt:

      Liebe Brigitte!
      Sie sprechen vielen Eltern aus der Seele! Wir sehen uns auch dem ständigen Stress des Berufes und der Schule ausgesetzt! Jeder hilft gerne seinen Kindern in den verschiedensten Situationen des Lebens weiter. Dafür sind wir ja auch Eltern. Jedoch sind die schulischen Hilfssituationen KEINE Ausnahme sondern die Regel! Nicht nur bei Ihnen und mir; eigentlich in allen Familien! Wenn der Staat uns unsere Stunden, die wir dafür aufbringen müssen unseren Kindern beizubringen was die Schule nicht schafft, bezahlen müsste, dann bräuchten wir nicht mehr zusätzlich zu arbeiten!

      Sehr geehrter Herr Salcher!
      Vielen Dank für Ihre Worte im Ö1 Morgenjournal vom 01.08.2011! Leider werden auch Ihre Worte nur Worte bleiben ungehört von denen, die sich selbst angesprochen fühlen müssten und ungehört oder sofort wieder unter den Tisch gekehrt von den Verantwortlichen! Eine Misere und ein endlos dunkler Tunnel!
      Trotzdem viel Erfolg und bitte machen Sie weiter!
      Doris L.

      • Brigitte sagt:

        Liebe Doris!
        Vielen Dank für Ihre netten und zustimmenden Worte. Diese haben mir besonders gut getan, denn ich habe diesen Text als E-Mail an mein gesamtes Postfach versendet und manche Personen haben ihn auch noch einmal weitergeleitet, sodass doch ein paar Leute erreicht wurden. Die Reaktionen (der mir nicht bekannten Personen) darauf waren eher enttäuschend. Von Eltern kam teilweise, aber eher zögerliche Zustimmung und viel Selbstanklage bzw. wird die Schuld auf die Gesellschaft geschoben. Eltern sagen von sich selbst, dass Kinder zu Prinzen und Prinzessinnen erzogen werden, und deshalb in der Schule nicht selbständig arbeiten könnten.
        Nachdem diese Mail auch eine unschöne Szene mit einem Lehrer (der sie auch erhalten hatte, und dem ich seither unterstelle, dass selbst er nicht sinnerfassend lesen kann) und meiner Schwester (die sie ihm geschickt hatte) ergab, habe ich die Sache im Sand verlaufen lassen.
        Doch nun, nach so langer Zeit, und Ihren zustimmenden Worten, frage ich mich, woher diese devote Haltung vieler Eltern wohl kommen mag? Aus den Sprechstunden? ich gebe zu, dort habe ich mich auch schon so verhalten.
        Doch ich verwehre mich entschieden dagegen, mir von wem auch immer die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben lassen, dass ich meine Kinder unterstütze (wenn auch manchmal sehr zeitaufwändig und nervenaufreibend), wenn sie in der Schule Probleme haben. Ich lasse mir auch von niemandem, schon gar nicht von einem Lehrer, sagen, dass ich meine Kinder falsch erzogen habe, dass sie die Schule wechseln sollten usw.
        Ich mache genau so weiter wie bisher, inklusive des Jammerns über die Belastung :-). Der einzige Unterschied ist, dass ich jetzt dokumentiere was wann wie meiner Meinung nach falsch oder schlecht gelaufen ist.
        Bei uns ist das abgelaufenen Schuljahr trotz aller Hürden positiv zu Ende gegangen. Trotzdem fürchte ich mich schon jetzt vor dem nächsten!
        Wenn man sich anhört, welch „kluge“ Menschen zum Thema Bildung alle was zu sagen haben, dann stellen sich einem die Haare auf. Was nicht schon alles zur Debatte stand: Lehrerarbeitszeit verlängern, Fenstertage weg, Gesamtschule, neue Mittelschule, Modulsystem (bei dem sich so gut wie keiner auskennt), Ferien verkürzen, Herbstferien usw.
        Allein bei der Fülle an Diskussionsstoff mag es einen nicht verwundern, dass die Lehrer kaum noch zum Unterrichten kommen! Sie sind doch immer betroffen. Und doch liegt es einzig an ihnen: Die Lehrer sind es, die Tag für Tag Zeit mit UNSEREN Kindern verbringen, die ihnen Bildung und im besten Fall wohl auch bestimmte Werte vermitteln sollen. An ihnen liegt es, ob unsere Kinder etwas gern und gut lernen oder ob sie etwas ablehnen. Doch ich gewinne leider immer mehr den Eindruck, dass die meisten von ihnen nicht wollen. Sie wollen keine Veränderung, keinen Fortschritt, nur das Alte scheint gut zu sein, obwohl Jahr für Jahr bewiesen wird, dass es das nicht mehr ist. Ob die Lehrer wirklich so belastet sind, wie man aus ihren Reihen ständig hört, kann ich nicht beurteilen, ist es wirklich so, muss man sie eben entlasten. Doch Woche für Woche einen anderen Lösungsvorschlag zu präsentieren, und NICHTS davon umzusetzen ist beschämend. Natürlich gibt es sehr viele gute (das Wort engagiert mag ich nicht verwenden, ein „engagierter“ Lehrer muss noch lange kein guter sein), leider aber auch viele wenig qualifizierte Lehrer, aus meiner Erfahrung mangelt es meistens bei der Pädagogik und weniger beim Fachwissen. Ein Beispiel: Geschichte 6 Klasse, Lehrer promovierter Historiker, Unterricht beschränkte sich auf Lesen im Buch. Note: 4.
        7. Klasse: Junge Lehrerin, Unterricht in Form von Projekten, Referaten usw. Note: 2.
        Dies könnte beliebig fortgesetzt werden.
        Ich denke, das wichtigste wäre doch, dass unsere Kinder von Lehrern unterrichtet werden, die das GERNE tun. Leider bekomme ich jedoch immer mehr den Eindruck, dass es nur noch wenige solche Lehrer gibt. Ich könnte hier seitenweise Beispiele aus meiner langjährigen Erfahrung geben, dies würde jedoch den Rahmen sprengen.
        Ich wünsche Ihnen viel Erfolg für die Schulzeit Ihrer Kinder!

        Lieber Herr Salcher!
        Auch ich habe mich gefreut, wieder einmal von Ihnen etwas zum Thema Schule zu hören. Sie sind in meinen Augen der Einzige in der Öffentlichkeit, der die wahren Probleme erkannt hat. Leider sind unsere Politiker (und leider auch Lehrer) zu ignorant, um auf Sie zu hören.

        Ich denke, ich werde so nach Weihnachten wieder einen Bericht über die Geschehnisse in der Schule abliefern (heuer haben wir ja 2 Maturanten) und sei es nur, um mir meinen Frust von der Seele zu schreiben.

        Liebe Grüße
        Brigitte

  2. Michael Ober sagt:

    Lieber Herr Salcher,
    Ihr Buch über das Anprangern des gesamten Schulsystems, speziell im mitteleuropäischem Raum, sollte zur Pflichtlitaratur, sowohl für die Kultusministerien, Lehrern, als auch den Eltern werden, damit sich tatsächlich, sollte es nicht schon viel zu spät sein, auch etwas zum Positiven der Menschheit ändert!

    Vielleicht ist es nicht in genau dieser Art und Weise wie Sie es beschrieben haben möglich, jedoch wären viele Schritte realisierbar, wofür die Bevölkerung in Zukunft mehr als dankbar wäre, um mündige Bürger zu erziehen.
    Ob tatsächlich auch die Machthaber daran interessiert sind, mag ich ernsthaft bezweifeln, da diese Bürger nicht mehr so leicht steuerbar werden!

    Ich bedanke mich für das großartige Buch, das Sie geschrieben haben…….

    Michael Ober

  3. Angelika sagt:

    Lieber Herr Salcher!

    Ich habe diesen Sommer ihr Buch „Der talentierte Schüler und seine Feinde gelesen“ und bin vor allem von Ihrer Aussage begeistert, dass wir endlich versuchen müssen, miteinander anstatt gegeneinander zu arbeiten. Seit Jahren verhärten sich die Fronten und somit „wird der Karren an die Wand gefahren“. Es sollte endlich die Frage im Mittelpunkt stehen „Was ist gut für den Schüler/die Schülerin?“ und wie können alle Beteiligten ihren Teil dazu beitragen!

  4. sokrates sagt:

    Jeder glaubt zu wissen, wie Lehrer sind, weil man entweder selbst Kinder in der Schule oder ja seine eigenen Erfahrungen hat. Das Schulsystem gehört reformiert, der Stellenwert der Schule und der Schulbildung muss sowohl in der Öffentlichkeit, im Staat als auch in Familien einen anderen Platz einnehmen, kritisches und selbständiges Denken muss gefördert werden ebenso wie die Fähigkeit, eigenverantwortlich zu arbeiten. Die Einstellung zum Lernen und zur Schule wird sowohl zu Hause als auch in der Schule vermittelt. Und dass Eltern stundenlang mit ihren Kindern lernen müssen, kann nicht die Lösung sein genausowenig wie die Gleichgültigkeit mancher Eltern, was Schule betrifft.
    Das derzeitige österreichische Pflichtschulsystem, dass sich hauptsächlich mit Pisa und Leistungsstandards beschäftigt und gleichzeitig die einfachste Lösung aller Probleme, nämlich radikale Reduzierung der Schüleranzahl auf max 12 – 15 Kinder negiert, dass von den Pflichtschulen das ganze Geld abzieht und in die „großartige Idee“ der Wiener Mittelschule steckt, dass Alibihandlungen setzt während immer mehr LehrerInnen in der Versenkung des BURN-OUT verschwinden etc., darf sich nicht wundern, wenn sich, nicht nur, die Wirschaft beklagt, dass Analphabeten die Pflichtschule verlassen.
    Wir sind LehrerInnen, keine Zauberer. Jeder in diesem Blog kann mich kontaktieren und 1 Woche mit mir in der Schule verbringen. Den Unterrichtsstunden beiwohnen und wenn er/sie Lust hat sich selbst vor die Klassen stellen. Innerhalb dieser Woche hoffe ich, dass sich alle „Lehrergegner“ in Unterstützer verwandeln. Denn auch wir wollen Reformen und Veränderungen, um unseren Job wieder so ausüben zu können, dass Schule für alle ein positives und befriedigendes Erlebnis wird. Für Eltern, Schüler und LehrerInnen. Das wäre mein Wunschtraum.
    Ich würde mich freuen, bald einige „KRITISCHE“ bei mir begrüßen zu dürfen. Denn: die Kritiker sind jene, die etwas verändern wollen – und da zähle ich mich auch dazu!

  5. Ulrike Sulzer sagt:

    Ich habe die beiden Bücher „Der talentierte Schüler und ihre Feinde“ und „Der verletzte Mensch“ mit Begeisterung gelesen. Sie schreiben mir damit aus der Seele!
    Ich selbst unterrichte an einer kleinen Dorfschule.
    Da ich „zu fortschrittlich“ unterrichte, steht Mobbing gegen mich an der Tages-
    ordnung. Man hat einfach keine Freude mit mir, da ich mich zu 100% für meine Schüler einsetze, viele Materialien für sie erstelle, mich stets fortbilde, die Kinder versuche zu fördern, …
    Wie schaut der Unerricht in der heutigen Zeit in anderen Klassen an dieser Schule aus: keine Lernmaterialien, Frontalunterricht, keine Förderung besonders begabter Kinder, wenig Differenzierung, …
    Oft schon habe ich mich mit dem Gedanken gequält, mich an eine andere Schule versetzten zu lassen, da ich wieder einmal „tränenüberströmt“ nach Hause gekommen bin. Wenn ich aber die freudigen Gesichter der Kinder sehe, gibt es mir Kraft weiter zu machen.
    Ich wünsche mir eine bessere Schule für alle Kinder. Besonders wünsche ich mir, dass das Mobbing gegenüber engagierten Lehrern aufhört.
    Was mich selbst betrifft, hoffe ich, dass ich den täglichen Kampf an dieser Schule durchstehe, da ich schon zeitweilig mit schweren Depressionen zu kämpfen habe.

  6. Bernhard Kattnigg sagt:

    Mir fällt auf, dass Fragen über die Art unseres Zusammenlebens uns vor den Kopf stoßen können, wenn insbesondere junge Menschen durch ihre unvoreingenomme Lebensweise nicht den Erwartungen entsprechen. Eine intelligente Gesellschaft ist in meinen Augen jene, welche sich die Frage stellt:“ Was kann ich /was können wir von diesen Grenzen lernen?“ Grenzen gemeinsam geteilter Vorstellungen und Routinen. Im Tierreich würde plakativ gesprochen ein Pferd niemals versuchen einen Affen zu imitieren, geschweige denn ihm aufzwingen zu wollen, sich ähnlich zu verhalten, wie es selbst.

    Menschen beginnen meiner Meinung nach dann gefährlich zu werden, wenn sie menschlicher Entwicklung im Weg stehen, indem sie behaupten, dass ihre eigene Lebensweise höherwertig, als die anderer sei.
    Ob alt oder jung, egal welcher Kultur, letztlich ist es für mich die menschliche Vielfalt aller Menschen, die in deren individuellen Enwicklung Lebensqualität ermöglicht, indem indiviuelle Entwicklung gemeinsamen Reichtum fördert.

  7. Barbara Vögele sagt:

    Sehr geehrter Herr Salcher!Mit Bewunderung habe ich ihr Buch gelesen.Ich bin eine junge berufstätige Mutter und habe zwei gesunde Kinder 11 und 8 Jahre . Das Mädchen ist ganz gut in der Schule und macht fast alles Selbstständig für meinen Sohn ist das etwas Schwieriger.Genauer gesagt für mich auch.Er geht jetzt 2. Kl. Vs .Ein Jahr Vorschule integriert was überhaupt nichts gebracht hat außer ein Jahr ohne Druck für alle.Jetzt Ma Note 3 Deutsch Note 4. Nun gut unter meinen Bemühungen geht er jeden Tag (zwar ungern) aber ohne Bauchschmerzen ,Theater ,Pillen , Tropfen usw zur Schule. Erledigt soweit seine Aufgaben . Tut sich halt schwerer. Bücher,Computer, Fernseher sind nicht sein Ding er liebt die Bewegung und draußen sein .Für die Schule alles andere als wichtig. Letzter Elternsprechtag 15 min nichts positives mann hat mir nur gesagt was er alles nicht kann.
    (Er erledigt jede Hausaufgabe, keine Fleißaufgabe , aber jede Hausaufgabe).Man sagte mir der heutige Standard ist so hoch weil anscheinend auch die Hälfte der Erstklässler bei Einschulung schon lesen kann usw usw.Wichtig für mich ist das ich mit meinem Sohn eigentlich sehr zufrieden bin und alles tue das er hoffentlich keinen Horror kriegt .Ja für Menschlichkeit
    Hilfsbereitschaft usw gibt es keine Noten also bleiben wir bei Genügend.Muß das sein das in der 2.kl. Vs die100 häufigsten Wörter in 25S („Vorgabe“)gelesen werden??Oder Antolin .Ein Buch lesen und hinterher Fragen im Internet beantworten wieder bestimmte Zeitangabe (Erinnert mich an Akkordarbeiten und nicht an VS).Ja ich höre immer nur es wird mehr , noch mehr , noch viel mehr.Also lerne ich und versuche das die Schule nie zwischen mir und meinem Kind steht! Gegen das System kann ich nichts tun.Auf dem Land gibt es keine andere Schule.Und sagt man was spürt das nur das Kind.

    Ich kann nur mein Kind bestärken und lernen .
    Meiner Meinung nach hat sich etwas Verändert .Jetzt wird
    nichts gefestigt weil schon das nächste gelernt werden muß.Der nicht mitkommt oder zu Hause lernt hat Pech .In welche Richtung geht das?Schule soll ein Ort der Freude sein für alle!!! Lg Barbara

  8. Brunner Gabriele sagt:

    Ich habe all diese Einträge gelesen, weil ich es als sehr wichtig empfinde von meinen Mitmenschen in der österr. Gesellschaft nicht nur ihr Kaufverhalten (Auto, Schuhe…) zu erfahren und auch ihre heurigen Urlaubstrends, sondern auch, wie es ihnen beim „lernen“ geht!

    Es hat meine schlimmsten Befürchtungen ÜBERTROFFEN!!!

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