Nie mehr Schule/Immer mehr Freude

Liebe Blogger,

Wenn jemand, der so wie ich kein Lehrer ist und noch dazu keine Kinder hat, seine Komfortzone verlässt und für ein Anliegen kämpft, dann hat er mit drei zutiefst österreichischen Fragen zu rechnen:

  1. Darf der das?
  2. Wer zahlt den?
  3. Wie kann man das verhindern?

Österreich hat genug Bildungsexperten und braucht keine zusätzlichen. Ich habe eine andere Rolle. Mein erstes Buch DER TALENTIERTE SCHÜLER UND SEINE FEINDE hat eine einzige Frage gestellt: Wie gehen wir mit den Talenten unserer Kinder in der Schule um?

Seit dem Erscheinen meines ersten Buches sind mehr als vier Jahre vergangen. Positiv war, dass über das Wort „Talent“ überhaupt wieder diskutiert wurde. Geändert hat sich leider nichts. Durch das dauernde Reden über Reformen hat man nur versucht, den Eindruck zu erwecken, dass ständig alles besser wird. Ja bei manchen entstand sogar die Sehnsucht, man möge „unsere“ Schulen doch endlich in Ruhe lassen. Das erinnert an eine Familie, die Generationen lang darüber diskutiert, dass das Dach einmal erneuert werden sollte, es aber nie tut und sich dann wundert, dass irgendwann das ganze morsche Gemäuer einstürzt.

Nie mehr Schule/Immer mehr Freude

Um rechtzeitig aufzurütteln, habe ich dieses kleine Buch geschrieben, eigentlich sind es zwei Bücher. NIE MEHR SCHULE deckt die Missstände kompromisslos auf und macht betroffen. Es beschreibt die Krankheit. IMMER MEHR FREUDE zeigt den Weg derTherapie und Heilung. Die erfolgreichen Beispiele in Österreich und in vielen anderen Ländern geben Hoffnung, dass lebendige Schulen für alle Schüler möglich wären. Was sollen aber jene tun, die nicht die Möglichkeit haben, an eine solche zu wechseln? IMMER MEHR FREUDE ist auch eine Anleitung für Schüler, Lehrer und Eltern, wie man das System umgeht, austrickst und letztlich ausschaltet, um mit Freude zu lernen. Damit hilft man nicht nur sich selbst, sondern beschleunigt auch den notwendigen Wandel zur lebendigen Schule.

Dieser Blog soll Ihnen und allen Interessierten die Möglichkeit bieten ihre Erfahrungen mit unserem Schulsystem auszutauschen. Ja vielleicht sogar das Undenkbare zu ermöglichen, unsere Schulen zu Orten zu machen, wo Kinder mit Freude lernen, die Welt zu verstehen.

Diskutieren Sie mit!

Ich ersuche alle, die mir Ihre Meinung diesem Thema schreiben möchten, dies nicht an meine E-Mail zu tun, sondern diesen Blog zu nutzen, den ich selbstverständlich regelmäßig lesen und kommentieren werde.

Als kleines Dankeschön für Ihren Beitrag möchte ich Ihnen zwei Leseproben aus meinem Buch anbieten:

Leseproben

Und jetzt bin ich gespannt auf Ihren Kommentar.

Mit besten Grüßen

Andreas Salcher

7 Antworten zu “Nie mehr Schule/Immer mehr Freude”

  1. Sehr geehrter Herr Dr. Salcher!
    Schade, dass wir uns noch immer nicht persönlich kennen gelernt haben. Ich finde Ihr Tun wirklich sehr gut. Sie wissen selbst, dass die Politik sich selbst blockiert. Ich arbeite selbst nach einer Beamtenlaufbahn und Jusstudium seit 16 Jahren in der Kinderbetreuung. Als Frau selbständig und mit eigener Meinung, wird mir mitlerweile schon zu gehört. Aber die Zukunft unser Gesellschaft – unsere Kinder – sind selbst für Eltern nicht so wertvoll wie Geld, Autos, Reisen ….. Ich versuche derzeit in Wien die Kindergruppen sichtbar zu machen. Naja mal sehen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolgt und Rückmeldungen für Ihr neues Buch. Liebe Grüße Christine Holubek

  2. Sehr geehrter Herr Andreas Salcher,

    mein Chef Dr. Roman Koller hätte Ihnen gerne ein E-Mail geschickt. Bitte teilen sie mir Ihre E-Mailadresse mit.
    Mit besten Grüßen
    Claudia Groß
    Landesschulrat für Steiermark
    Tel.: 0316/345-400

  3. Sehr geehrter Herr Dr. Salcher,

    mein Chef Bernhard Seidler hat mir Ihr Buch als Buchtipp für unser Oktober Newsmail genannt. Um zu recherchieren, habe ich auf Amazon ein wenig hineingelesen und habe mich sowohl als Pädagogin als auch als ehemalige Schülerin und als Mutter betroffen und berührt gefühlt. Es wurde mir bewusst, dass ich noch immer an den Folgen des Systems knabbere (Geburtsjahr 1954, ich bin Legasthenikerin, was aber in meiner Zeit noch kein Thema war) und dass das vermeintliche Versagen, betimmte Leistungen zu erbringen, mein Selbbewusstsein bis heute beeinflusst.
    Auch die Schulzeit meiner Kinder war für mich qualvoll, weil ich sie teilweise (sie sind zeitweise in alternative Schulen gegangen) zu Dingen motivieren/zwingen musste, hinter denen ich nicht stehe.

    Das Kinderbüro arbeitet auf Basis der UN-Kinderechtskonvention und ich finde, dass das Thema „Lebensqualität in der Schule“ hervorragend in unser Profil passt.

    Ich werde Ihr Buch sicher ganz lesen, obwohl mir der erste Teil ziemlich zu Herzen geht. Dass die Schule durch Freude, Anerkennung und Interesse der SchülerInnen am Lernen geheilt werden kann, finde ich einen wunderbaren Ansatz!

    Alles Gute und viel Erfolg,
    Angelika Jung-Bund

  4. Martina Vitera sagt:

    Sehr geehrter Herr Salcher,

    Frankreich ist uns anscheinend einen Schritt voraus:
    http://www.france24.com/en/20121010-hollande-promises-school-children-no-more-homework-education-reform-france?utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter

    Mit großem Interesse lese ich Ihr Buch „Nie mehr Schule“ und erkenne, dass mein Sohn in eine von Ihnen so treffend bezeichnete „tödliche Schule“ geht. Aber es ist Licht am Ende des Tunnels, denn mit Abschluss der 4. Klasse wird er nächsten Juni in eine etwas lebendigere Schule wechseln.

    Die Schlüsselsätze in Ihrem Buch, welche mich sehr berührt haben sind:

    „Die 9 bis 13 Jahre Schule sind wie ein langer kalter Regen, durch den jeder junge Mensch durch muss. …. Die Glücklichen werden dabei nur ein bisschen feucht, während die Pechvögel alles abbekommen. Am Ende der Schulzeit werden sie dann klitschnass ins Leben geworfen, …..“

    „Es gibt gute Gründe dafür, warum sich angehende Flugzeugpiloten oder Herzchirurgen nicht selbst beurteilen, sondern sehr harten Auswahlprozessen unterzogen werden. Aus Orientierungslosen kann man keine Flugzeugpiloten machen, aus Menschen, die kein Blut sehen können, keine Herzchirurgen und aus introvertierten Langeweilern keine Lehrer.“

    Ich werde jedoch wie alle anderen auch weiterhin brav mein hart verdientes Geld für Nachhilfe ausgeben, damit mein Kind das lernt, was man ihm in der Schule nicht vermittelt und nicht aufbegehren, weil ich meinem Sohn nicht schaden will. Ich weiß, das ist falsch, aber wir sind leider Teil dieses kranken Systems. Ich habe das Bildungsvolksbegehren unterschrieben und hoffe, dass sich bald etwas ändert!

    Vielen Dank
    Martina Vitera

  5. Ulrich Schneider sagt:

    Lieber Herr Dr.Salcher,

    „Wer führt, muss Menschen mögen“ die 4Ms – wie Sie es so treffend in einem Vortrag besprochen haben – tja da gilt auch bei den Schülern, es sind ja auch Menschen, nona 😉
    Ich habe selber 2 schulpflichtige Kinder und kann Ihrem Buch in einem Teil auf jeden Fall beipflichten: ES MUSS, JA ES MUSSSSSS Freude machen, wenn ich etwas tue und dazu gehört auch die Schule. Der Unterricht kann so spannend aufgebaut werden, so dass die Kinder mit einem Lächeln nach Hause kommen, weil sie wieder etwas erlebt haben. Ich erlebe die Lehrer immer wieder als menschliche Maschinen, die ihren Stoff herunter beten. Dabei spielt es offenbar keine Rolle, ob das Gesagte auch irgendwo ankommt, außer, dass es an den Wänden zurückprallt 🙁 Mit Spaß und Freude sollte für mich der Unterricht aufgebaut werden – so bleibt auch etwas hängen und wir freuen uns dann schon gespannt auf den nächsten Test oder die Pisa-Befragung 🙂
    Wenn ich immer sehe und höre, wie meine 14-jährige Tochter, eigentlich eine 1er Schülerin, nach Hause kommt und auf meine Frage „was es denn Neues aus der Schule gibt“ antwortet: „Na was soll’s schon geben – anstrengend und blöd, echt fad der Unterricht“ :-((

    Da kann ich immer nur weinen, wo doch eine Mensch-2-Mensch Kommunikation so einfach wäre, die Lehrer sind doch echte Entertainer bzw. könnten es sein. Ein kleiner Tipp:
    kommunizieren kommt aus dem lat. com-municare und bedeutet mit-teilen – also für mich heißt das Austausch in BEIDE Richtungen, dann wird der Unterricht nicht nur zur Freude, sondern auch zu einem Ort des Wissens-Transfers ….

    oder ist das immer noch eine Wunschvorstellung – ich danke Ihnen, Herr Salcher für das Buch und für die bevorstehenden Diskussionen alles Gute, das wird sicher auch ein Spaß der etwas anderen Art

    viele Grüße von meinem PC
    Uli Schneider

  6. Hubert Helletsgruber sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Salcher,
    gestern habe ich Ihr neues Buch „NIE MEHR SCHULE/IMMER MEHR FREUDE“ bestellt, die Leseprobe ist fantastisch und bereits das Geld des Buches WERT.
    Sehr wertvoll wird das Buch auch für meine Tochter bei Ihrem Studium (Lehramt) sein.

    Liebe Grüße Hubert Helletsgruber

  7. Brunner Gabriele sagt:

    Nun habe ich dieses Buch auch gelesen, fast in einem durch…..

    Ich denke, bei „nie mehr Schule“ habe ich so viel gelacht, wie schon lange nicht mehr….

    Wie wahr, wie wahr, kann man da nur immer laut vor sich hinsagen…

    Aber dann kommt es doch :

    Der Kloß im Hals, der nicht und nicht verschwinden will…

    Ich denke, wir alle sind aufgerufen, endlich lauter zu werden…

    Es sind unsere Kinder und unsere Steuergelder und unsere Kinder, die wenn Sie den Lehrerberuf ergreifen und den gut machen möchten, die tagtäglich vernichtet werden….

    Wählen gehen……

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