Liebe Blogger,

heute ist Samstag, der 30. Oktober. Es ist jetzt genau sechs Wochen her, dass MEINE LETZTE STUNDE erschienen ist. Wann immer ich die vielen Reaktionen, die ich per Mail erhalten habe lese und beantworte, durchlebe ich ein Gefühlspektrum von „es läuft mir kalt den Rücken hinunter“, über „das ist so ungemein berührend“ bis zu „unglaublich welche Geschichten, das Leben schreibt.“ Was mich am meisten überrascht ist, dass ich mit Ausnahme einer „Totalvernichtung“ von einem deutschen Amazon-Rezensenten keine einzige negative Reaktion erhalten habe.

Was mir auffällt ist,

  • wie feinfühlig und sensibel mir die Leser über ihr eigenes Leben schreiben, ganz im Gegensatz zum angeblich so oberflächlichen Zeitgeist.
  • dass mich viele Leser mit „Lieber Herr Salcher“ statt mit „Sehr geehrter“ ansprechen, sich dafür entschuldigen, dass sie sich so nahe fühlen obwohl sie mich nicht kennen.
  • dass „Carpe diem“ in seinen unterschiedlichsten Interpretationen oft vorkommt.
  • dass viele Menschen auch nach der ausführlichen Schilderung ihrer individuellen Leidensgeschichte sehr versöhnlich auf sich selbst und ihr Leben blicken können.
  • dass, das Buch auch von jungen Lesern angenommen wird.

Zum Abschluss für heute eine Geschichte die zeigt, dass das Buch manchmal auch für Heiterkeit sorgen kann. Mein Freund M. musste sich einer Kehlkopfoperation unterziehen. Im Spital las er bis unmittelbar vor der Operation MEINE LETZTE STUNDE. Als er nach der Gott sei Dank erfolgreichen Operation wieder aus der Narkose erwachte, sah der Chirurg das Buch auf seinem Nachttisch neben dem Bett liegen und sagte: „Sie sind aber kein Optimist.“

Wie geht es mir selbst mit meinem Buch? Ich bin unglaublich dankbar, dass es schon soviele Menschen gelesen haben uns sich auch noch die Mühe gemacht haben mir zu schreiben.

Andreas Salcher

5 Antworten zu “Liebe Blogger,”

  1. Käthe Kovacs-Hoffmann sagt:

    Wir können Stolz sein als Österreicher so einen eloquenten Visionär in unserem Land zu haben :), der uns den Blick zu den wesentlichen Dingen des Lebens auf so unaufdringliche Art näherbringt.

  2. Tina Vitera sagt:

    DANKE !!!
    Lieber Herr Salcher!
    Ja – auch ich bevorzuge diese Anrede!
    Ich möchte mich bei Ihnen bedanken, dass Sie mich mit Ihrem Kapitel „Liebe – die Essenz des Lebens“ aus Ihrem aktuellen Buch so tief berührt haben! Zuerst wollte ich dieses Buch gar nicht lesen. Erst als es mir meine Freundin geborgt hat, habe ich mich doch damit auseinander gesetzt. Ich dachte davor, was kann ich noch Neues daraus lernen? Nachdem ich meinem geliebten Vater 10 Tage lang beim Sterben zugesehen habe und seither weiß, dass so vieles im alltäglichen Leben unwichtig ist und in der letzten Stunde wirklich nur zählt, dass man mit sich selbst sozusagen „im Reinen“ ist und den oder die geliebten Menschen um sich hat. Ich habe vieles gelernt und eingesehen, loslassen müssen in den letzten Jahren. Habe sogar als alleinerziehende Mutter meinen krankmachenden Job aufgegeben um nun weniger zu verdienen, aber mehr Zeit für mein Kind zu haben und für mich – somit mehr Lebensqualität. Aber es war doch eine Bereicherung, Ihre so sorgfältig zusammen getragenen und auf den Punkt gebrachten Erfahrungen und Weisheiten sowie auch schönen Zitate zu lesen. Und dann gestern Abend dieses Kapitel über die Liebe – eigentlich die Mutterliebe, denn das ist das stärkste Gefühl auf der Welt. Das haben Sie richtig erkannt. Und das – noch dazu von einem Mann zu Papier gebracht – ist finde ich des Lobes und Dankes Wert. Gerade in einer Zeit, wo beschämenderweise Frauen (genauer Ministerinnen) darüber nachsinnen, dass Vätern im Falle einer Scheidung noch mehr Rechte und automatisch das halbe Sorgerecht zufallen sollen! „Es ist nicht genug, nur zu bleiben solange die Liebe da ist, wenn man Kinder hat“ bemerkt Charlotte Roche in ihrem sonst so argen Buch „Feuchtgebiete“ so treffend.
    Es sind (im Normalfall) die Mütter, die ihre kranken Kinder betreuen und immer für sie da sind. Das ist nicht so, weil die Väter arbeiten müssen – nein – wie ich heute in der Zeitung lesen durfte, weil sie es gar nicht wollen – nur 5% der Kindergeld-Bezieher sind Männer (natürlich auch nur aus der Not weil Student oder arbeitslos). Warum also diese Anstrengung die Männer davon überzeugen zu wollen? Und zwingend geteiltes Sorgerecht einzuführen?! Männer sind nicht dafür geschaffen – schon von der Natur her. In der Mutter wächst das Kind heran – die Mutter säugt es mit ihrer Milch (natürlich immer alles im Normalfall) – warum sollte dann plötzlich der Vater das alles machen und mehr Rechte haben?
    Ich bin in der überglücklichen Situation, dass mein Kind gesund ist und danke täglich dafür – trotzdem halte ich die Luft an, wenn ich am Gürtel die Höhe des St. Anna Kinderspitals passiere. Weil ich weiß, welche Schicksale sich hinter diesen Mauern abspielen. Auch ich war mit meinem Sohn öfters dort – sogar stationär – wegen Kleinigkeiten. Aber ich fühle mit, mit allen ernsthaft Kranken und ihren Angehörigen. Soviel Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl von Ihnen – einem Mann, der mit diesen Worten niederschreiben kann, was er dort erlebt hat ist daher einfach zu beachten! Öfters habe ich mir schon überlegt, was ich auf die im Sonntags-Kurier immer wieder gestellte Frage „Wovor haben Sie Angst?“ antworten würde. Gar nichts – stimmt nicht. Ich habe oder hätte Angst vor einer rasenden Mutter. Vor einer Mutter, die ihr Kind verteidigt oder rächt. Denn diese Kraft ist durch keinen randalierenden dummen Skinhead oder sonstigen Menschen zu toppen. Die Angst davor, dass meinem Kind etwas zustösst oder vor dem Tod habe ich größtenteils abgelegt und zwar durch das Buch „Tod – Der Höhepunkt des Lebens“ Die kleine Reihe von OSHO. Es wurde mir schon vor einiger Zeit geschenkt, ich habe es erst gelesen als mein Vater gestorben ist.
    Diese Zeilen haben mir viel gegeben: „Deine Mutter stirbt: Verpasse die Gelegenheit nicht. Wenn ein Sannyasin zu mir kommt und sagt: „Meine Mutter liegt im Sterben. Mein Vater stirbt“ Dann sage ich ihm: „Geh hin, sei bei deinem sterbenden Vater und erfahre den Tod.“ Man schwindet dahin. Man möchte sich an der Gewissheit festhalten: „Mein Vater stirbt, ich nicht.“ „Der Tod jedes Menschen verringert mich, denn ich bin in der Menschheit enthalten; und deshalb versuche nie, herauszubekommen, wem die Glocke schlägt – sie schlägt für dich.“ Sogar im Tod eines Fremden stirbst du mit. Wann immer der Tod da ist, komm näher, lass dich darauf ein, erlaube ihn, lass ihn mit dir geschehen. Wenn dein Vater sirbt, wenn sein Atem schwer wird, fühle es, fühle mit ihm mit. Fühle das, was er fühlt, werde er, und lass den Tod auch dir widerfahren. Du wirst dadurch unglaublich viel gewinnen. Du wirst deinem Vater für sein Leben dankbar sein, und für seinen Tod ebenso – er hat dir viel gegeben, als er noch lebte; er hat dir sogar noch mehr gegeben, als er starb.“
    (aus: The Revolution)
    Ihr Buch berührt mich genau so wie der eben zitierte Text.
    Vielen Dank dafür!
    Herzliche Grüße
    Tina Vitera

  3. Mag. Eva Steininger sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Salcher,
    nachdem ich Ihr Buch gelesen hatte, begann bei mir ein intensiver Reflexionsprozess. Meine Beziehungen, meine Tätigkeit, mein Umgang mit mir selbst? Alles aus der Sicht einer 90 jährigen Frau (ich habe vor, so lange zu leben-:))) Jetzt bin ich 48. Und verspüre noch genug Energie und Schwung, um meinem Leben eine neue Richtung zu geben. Ich habe Ihr Buch im Jänner diesen Jahres gelesen und ich habe es vor ein paar Tagen während einer Fahrt von Wien nach Bonn noch einmal gelesen und bin stolz auf mich, wieviel Balast ich inzwischen aus meinem Leben entsorgt habe und wieviel Raum und Zeit ich nun den Dingen gebe, für die ich nie Zeit hatte. Dafür möchte ich Ihnen aus ganzem Herzen danken!!!! Vor allem hatte ich nie Zeit für die Menschen, die mich mögen und schätzen, sondern bin immer denjenigen nachgelaufen, die mich demütigten und ausnutzten. Ich habe mir selbst nun einmal die Zeit geschenkt, in mich hineinzufühlen, wie ich in 30 oder 40 Jahren auf mein Leben zurück blicken möchte. Wie ich mich fühlen möchte. Und ich seh mich als eine Frau, die auf ein Leben voll Liebe für die Menschen zurückblickt, denen sie begegnet ist. Und nicht eine, die immer versucht hat, es allen recht zu machen und darüber verbittert wurde und deren Herz sich verschlossen hat, weil es keine Verletztungen mehr erleben wollte. Ich habe mein Herz wieder geöffnet, auch auf die Gefahr hin, dass ich Menschen begegnen werden, die mir wehtun. Ich weiß inzwischen, dass es ich daran nicht zerbrechen werde. Ich weiß vielmehr, dass mir auch die Menschen begegnen, die meine herzlichen Gefühle erwiedern werden. Heute ist ein typischer Nebeltag und (ich wohne im Donaugebiet) es kann sein, dass sich dieser Nebel monatelang hält, aber ich habe das Glitzern und Glänzen in meinen Augen wieder gesehen, so wie ich es als junges Mädchen gehabt habe. Und das ist eines der schönsten Geschenke, die sie mir mit ihrem Buch gemacht haben. Ich wünsche Ihnen alles Liebe.
    Eva S.

  4. Irma sagt:

    Sehr geehrte Herr Dr. Salcher,

    Danke für tolles Buch!
    Wenn ich alles über dieses Buch und meine Feedback schreiben würde, dann sollte ich genau so grosse Buch, wie „meine letzte Stunde“ schreiben, damit nichts vergessen wird. Danke auf erste Linie für ihre Ehrlichkeit, Ihre Art, wo Sie eigene Welt vor Leser öffnen und somit uns ermöglichen in unsere dunklem inneren, noch nie eroberte labyrinthe zu reisen, manchmal weinend, manchmal mit lächeln auf den Lippen.
    Mann kann Technik der schreiben lernen (mehr oder weniger) aber Ehrlichkeit, offenheit, Mut des guten Autor kann man nie lernen. Entweder wird man so geboren oder nicht.
    Ich habe mir auch mit diese Thema- Sterben beschäftigt (als junge Autorin), habe ein paar Texte erfasst. Dabei habe mir gedacht, dass ich bei diese Thema sehr gut auskenne, aber das war leider eine Täuschung.
    Danke nochmals, und Verzeihung für mein Deutsch. Hauptsache ist, dass man Menschen und derren Gefühle auf dem ganzem Welt, (egal auf welche Sprache Sie unterhalten), gleich sind.

    LG,
    Irma

  5. Jessica sagt:

    Ich möchte Ihnen unbekannterweise von ganzem Herzen für dieses wunderbare Buch danken!
    Habe es sehr gerne gelesen und mein Leben reflektiert. Auch wenn ich erst 23 Jahre alt bin, habe ich sehr viel durch „Meine letzte Stunde“ über mich und mein Leben und meine Mitmenschen lernen können.
    ACHTSAMKEIT.
    Dieses Wort wird mir von nun an immer präsent sein – sei es beim Frühstück, beim Spaziergang, an der Bushaltestelle oder beim Gespräch mit anderen.
    Ich habe das Buch bereits vielen Personen weiterempfohlen – ein Werk, das jeder mal gelesen haben sollte! Der Tod ist zwar noch immer ein Tabuthema in unserer heutigen Gesellschaft, aber durch das Buch findet man einen guten Zugang zur Thematik. Ich habe mich gerne damit auseinandergesetzt, möchte ein guter Mensch für mich und meine Umwelt sein und setze alles daran, dies möglichst immer umzusetzen.
    Für diesen Denkanstoß vielen lieben Dank, Herr Dr. Salcher!!!

    Freundliche Grüße
    Jessica

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