MEINE LETZTE STUNDE
Inhalt
- Das ist kein Buch über den Tod, das ist ein Buch über das Leben.
- Über jeden einzelnen der Tage, die noch vor uns liegen.
- Über unsere Träume und Wünsche, denen wir oftmals keine Chance auf Erfüllung geben.
- Über unsere Liebe zu anderen Menschen, die wir vielfach nicht auszusprechen wagen.
- Über die für viele schwierigste Liebe: die Liebe zu sich selbst.
- Über Möglichkeiten, die uns das Leben eröffnet, die wir aus Angst nicht ergreifen oder aus Unachtsamkeit nicht erkennen.
- Über das Leuchten in unseren Augen, das sich allmählich verliert.
- Vor allem geht es aber um die Frage, warum wir unser eigenes Leben gegen jede Einsicht der Vernunft so wenig schätzen, so lange wir es nicht bedroht sehen. Warum wir so viele wertvolle Stunden völlig vergeuden als ob wir unendlich viele davon hätten?
- Dieses Buch ist ein Begleiter für die vielen noch ungeschriebenen, weißen Seiten Ihres Lebens.
Fast alles in der Zukunft unseres Lebens ist unsicher. Die letzte Stunde ist fix. Wir bereiten uns auf alles genau vor, nur nicht auf unsere letzte Stunde. Dabei ist die letzte Stunde das Wichtigste. Sie entscheidet über unser ganzes bisheriges Leben. Alles was wir vorher gelebt haben, ist Bestandteil unserer letzten Stunde. Warum scheuen wir dann unser Leben lang davor zurück, uns damit zu beschäftigen? Die Antwort ist ganz einfach: Es ist unsere Urangst vor dem Tod und die Ungewissheit über das Danach.
Jede ernsthafte Beschäftigung mit der letzten Stunde führt unweigerlich zu einer Frage: Warum schätzen wir unser eigenes Leben wider jede Einsicht der Vernunft so wenig, solange wir es nicht bedroht sehen?
Warum vergeuden wir so viele wertvolle Stunden, als ob wir unendlich viele davon hätten? Warum ist es so schwer, den uns schon in der Schule eingepflanzten Mechanismus des Stundenfressens abzuschalten, ohne zu merken, dass es unsere eigene Lebenszeit ist, die wir vernichten? Noch zwanzig Minuten bis zur Pausenglocke, noch zwei Jahre bis zur Reifeprüfung, noch ein Jahr bis zum Studienabschluss, noch drei Tage bis zum Wochen- ende, noch vier Wochen bis zum Urlaub, in drei Monaten ist schon Weihnachten.
Wir leben, als würden wir immer leben. Wir achten nicht darauf, wie viel Zeit bereits vorüber ist, wir verschwenden sie, als wäre sie unerschöpflich, dabei könnte jeder Tag unser letzter sein. Wie oft vernimmt man die Äußerung: „Mit 60 gehe ich in Pension und mache nur noch das, was mir Freude macht.“ Doch wer garantiert uns diese wunderbaren Jahre in der Zukunft, bei wem können wir sie einklagen, wenn wir sie nicht mehr erleben sollten? Ist es nicht zu spät, mit dem Leben erst anzufangen, wenn man aufhören muss? Welche unfassbare Dummheit, was für ein gedankenloses Übersehen der Sterblichkeit bringt uns dazu, alle großen Pläne für unser Leben hinauszuschieben auf einen uns selbst unbekannten Punkt, bis zu dem wir es vielleicht nie bringen werden?
Es gibt drei Möglichkeiten, sich mit der Endlichkeit des eigenen Lebens auseinanderzusetzen:
- Wir verdrängen dieses Thema ein Leben lang, um dann völlig unvorbereitet von unserem Tod überrascht zu werden.
- Die Konfrontation mit einer schweren Erkrankung oder einem Unfall: Entweder ist diese erste Begegnung mit unserer letzten Stunde auch schon die letzte und wir sterben. Oder wir erhalten noch eine Chance. Interessant ist, dass fast alle, die nach einer Lebensbedrohung weiterleben durften, diese nicht missen möchten.
Dieses Buch will Ihnen einen dritten Weg anbieten:
- Die Chance, sich mit der vielleicht entscheidenden Erfahrung Ihres Lebens zu beschäftigen, bevor Sie davon betroffen sind.
Es gibt gute Gründe, sich für diese Alternative zu entscheiden. Nichts fürchtet der Mensch so sehr wie die Begegnung mit dem Unbekannten. Verdrängung macht diese Angst immer größer, jede konkrete Auseinandersetzung kann dafür ein Schritt zur Überwindung sein. Es ist daher sinnvoll, sich auf diesen dritten Weg einzulassen: Sie werden nicht nur mehr Vertrautheit mit dem Gedanken an die eigene Endlichkeit gewinnen, sondern vor allem die Erkenntnis, wie sehr Sie Ihr Leben lieben und was Sie alles noch gerne erleben würden.
Leseproben - Leseprobe 2
Warum bedarf es der Bedrohung ihres Lebens, um auch Menschen, die sich sonst wenig mit Achtsamkeit, Spiritualität und Liebe zu ihren Mitmenschen beschäftigt haben, von einer Sekunde zur anderen Zugang zu ihren inneren Möglichkeiten zu eröffnen, die sie sich sonst nur mit jahrelanger Übung hätten verschaffen können? Warum benötigen wir die Todesahnung, um das Wunder eines Sonnenaufgangs und die verklärte Schönheit eines Sonnenuntergangs wiederentdecken zu können? Auch wenn es klischeehaft klingen mag, es sind genau diese Themen und Gefühle, die ich in den vielen Gesprächen, die ich mit Menschen geführt habe, deren Leben ernsthaft gefährdet war, immer wieder gehört habe. Sie wiederholten stets, wie toll es sei, auf dieser Erde leben zu dürfen. Fast hatte ich den Eindruck, dass ich selbst blind und sie plötzlich sehend geworden waren, nur weil sie auf einmal verstanden, dass ihnen die Schönheit dieser Welt nur mehr sehr begrenzt offenstehen würde. Sie gehörten plötzlich einem sehr exklusiven Club an, der seinen Mitgliedern gleich beim Eintritt ganz besondere Fähigkeiten verleiht, dem aber trotzdem niemand freiwillig beitreten will.
Leseproben - Leseprobe 3
„Ich habe keine Zeit gehabt“ ist der wohl dümmste Satz, wenn man vor sich selbst ein Leben zu rechtfertigen versuchen will, in dem man all die Dinge, die einem wichtig gewesen wären, verpasst hat. Keine Zeit für etwas zu haben bedeutet nur, dass uns etwas anderes im Augenblick wichtiger ist. Und ein Leben, das aus einer Summe von solchen Augenblicken besteht, ist ein vergeudetes Leben. Die größte Plattheit in unserer Leistungsgesellschaft lautet: „Ab jetzt werde ich mir mehr Zeit nehmen für Freunde, Partner, Kinder usw.“ Das ist die Lebenslüge schlechthin. Guter Vorsätze gehören zu den schwächsten Motivationen überhaupt, sie funktionieren weder in den großen noch in den kleinen Dingen. „Ein Guter Vorsatz ist ein Startschuss, dem meist kein Rennen folgt“, hat der Schauspieler Siegfried Lowitz gesagt. So diskutieren wir intensiv darüber, dass die Ressourcen unseres Planeten begrenzt sind – und wir ändern wenig daran, wie wir leben, um diese sorgsamer zu nutzen. Wir wissen fast alles – aber wir tun fast nichts. Die wichtigste Begrenzung unseres eigenen Lebens verdrängen wir noch mehr.
- Ich möchte Sie einladen mit mir über das Buch zu diskutieren. Besuchen Sie dafür mein Forum.
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