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Ich bin für Dich da. Die Kunst der Freundschaft

 

Es sind unsere wahren Freunde, die dafür sorgen, dass wir länger, gesünder und zufriedener leben. Sie geben uns Halt, wenn alles andere zerbricht. Doch woran erkennen  wir sie? Und was sind wir selbst bereit für sie zu tun?

Freunde sind wertvolle Geschenke, mit denen wir achtsam umgehen müssen, damit wir sie nicht wieder verlieren. Dieses Buch versteht sich als Einladung das Verhältnis zu unseren Freunden zu reflektieren und dabei mehr über uns selbst zu erfahren.

Andreas Salcher formuliert klare, zum Teil provozierende Gebote für bereichernde Freundschaften. Anhand von berührenden Geschichten zeigt er konkrete Wege, wie man den Zauber in alten Freundschaften wieder entdecken und in jeder Lebensphase neue Freunde finden kann. Denn die „Kunst der Freundschaft“ ist schönsten Aufgaben im Leben. Sie beginnt damit, sich selbst ein guter Freund zu sein.

„Das mit Abstand beste Buch, das seit Erich Fromm und Dale Carnegie zum Thema Freundschaft und Liebe geschrieben wurde!“
Klaus Altepost, Verleger von Autoren wie Markus Lanz und Hannes Jaenicke

 

 

Leseprobe 1

Justin und Patrick aus Idaho sind von Kindheit an Freunde. Mit 16 erleidet Justin eine seltene Autoimmunerkrankung, die immer mehr Teile seines Körpers lahmlegt und ihn  an einen Rollstuhl fesselt. Beim Fernsehen bleibt er eines Tages bei einem Bericht über den Jakobsweg hängen. Der Moderator sagt, viele Menschen planen gar nicht selbst, ihn zu gehen, sondern sie werden vom Jakobsweg gerufen. In diesem Augenblick schießt Justin eine verrückte Idee in den Kopf. Genau diesen alten Pilgerweg möchte er bewältigen, in seinem Rollstuhl. Er erzählt seinen Freund Patrick von seiner Vision. Der hört genau zu:  Pyrenäen, sehr hügeliges, teilweise steiles Gelände, schneller Wetterwechsel von brütender Hitze bis zu strömendem Regen, insgesamt 769 Kilometer. Dann fragt ihn Justin: „Möchtest Du diese Tour mit mir machen?“ Patrick antwortet: „Ja, ich schiebe Dich.“

Es ist nicht leicht sich die Bilder von Justin und Patrick vorzustellen, ohne mit den Tränen kämpfen zu müssen. Justin, der wie ein Gepäckstück festgeschnallt hilflos auf dem Alu-Rollstuhl liegt und Patrick, der das insgesamt 150 Kilogramm schwere Gefährt mit seiner Muskelkraft bei Regen durch den Schlamm zieht. Immer wenn sie glauben, dass es nicht mehr weitergeht, tauchen unerwartete Helfer auf, andere Pilger oder Bewohner in den Dörfern.

Das ist keine Geschichte über den Jakobsweg oder über Behinderung, es ist die Geschichte über eine Freundschaft, die scheinbar unmögliche Grenzen überwindet. Sie erreicht die höchste Ebene, die Freundschaft erreichen kann. Sie gibt dem Leben der beiden Sinn. Patrick und Justin schaffen den Jakobsweg in 34 Tagen.

Leseprobe 2

Unser Schatten – die größte Bedrohung unserer Freundschaften

Manche Menschen halten das, was sie 30 Jahre lang falsch gemacht haben, für Erfahrung.“
Mulla Nasrudin

Was ist der „Schatten“? C. G. Jung: „Der Schatten ist alles das, was du auch bist, aber auf keinen Fall sein willst.“ Der Schattenbereich ist ein Teil unserer Persönlichkeit, den wir so verabscheuen, dass wir alles unternehmen, um ihn unbewusst zu verstecken und zu verleugnen. Trotzdem tauchen immer wieder Gefühle wie „andere sind viel erfolgreicher und glücklicher als ich. Warum habe gerade ich es so schwer im Leben?“ oder „Ich bin nicht gut genug, deshalb liebt mich niemand wirklich“ in uns auf. Da wir fürchten, andere könnten unseren Schatten entdecken, legen wir uns Masken zu, die uns helfen, die Existenz unserer dunklen Seite zu verleugnen. Da diese aber natürlich nach wie vor in uns präsent sind, projizieren wir sie auf andere, unsere Partner und unsere Freunde.

Das Konzept des Schattens wird deshalb bereits am Anfang dieses Buches vorgestellt, damit Sie beim Lesen Ihre Aufmerksamkeit an den richtigen Stellen auf sich selbst richten. Erst wenn wir verstehen, wo unser eigener Anteil an gescheiterten Freundschaften lag, werden wir es bei den bestehenden und zukünftigen Freundschaften besser machen können. Die zuvor beschriebenen Aussagen eines guten Freundes hinter ihrem Rücken sind vielleicht ein erster Hinweis auf Ihren Schatten. In dem Teil über die neun Gebote der Freundschaft wird es Geschichten geben, die Sie besonders ansprechen oder die Widerspruch bei Ihnen auslösen. Dann ist ein guter Moment, um die Perspektive zu wechseln und sich zu fragen: „Was hat das mit mir zu tun?“ Auf einmal kann eine Geschichte eine andere Bedeutung für Sie gewinnen.

Die Arbeit am eignen Schatten ist keine einmalige Anstrengung, sehr wohl aber eine lohnende, wie die Psychologin Debbie Ford formuliert: „Ihr ganzes Leben wird sich verändern, wenn Sie mit Ihrem Schatten Frieden schließen. Sie müssen nicht mehr so tun, als ob Sie jemand wären, der Sie nicht sind. Sie brauchen nicht mehr zu beweisen, dass Sie gut genug sind.“ Sich selbst mit seinem Schatten anzunehmen, statt sich dafür zu schämen und zu bestrafen, ist wahrscheinlich die am meisten herausfordernde Lebensaufgabe. Für diese Arbeit an uns selbst benötigen wir meist keinen Therapeuten oder spirituellen Lehrer. Andere Menschen brauchen wir sehr wohl dafür. Ein Freund, dem wir im richtigen Augenblick das Fenster zu unseren inneren Sehnsüchten und Ängsten öffnen, ist oft ein guter Anfang.

Leseprobe 3

Die Königsdisziplin der Lebenskunst  

Sobald wir gelernt haben, uns liebevoll zu sehen, brauchen wir die Begegnung mit uns selbst nicht zu fürchten, wann immer und wo immer diese auch stattfinden wird. Gelegenheiten dafür gibt es stets genug. Diese zu nutzen, erfordert eine besondere Fähigkeit: das sanfte Hinschauen auf unser eigenes Leben.

Im besten Fall können Freunde einander dabei unterstützen, sich selbst ein guter Freund zu werden. Dann kommt es zu einer Transformation des ursprünglich archaischen Bedürfnisses nach Idealisierung von Beziehungen zu dem reifen Verständnis, dass da jemand ist, der uns so annimmt und anerkennt, wie wir sind. Das ist der Weg zum Seelenfrieden und zur inneren Heimat. Am Ende dieses Weges steht ein Haus. Wenn wir die Türe öffnen, begegnen wir unserem wichtigsten Freund, der uns ein Leben lang begleiten wird. Mit uns selbst Freundschaft zu schließen ist die Königsdisziplin der Lebenskunst.

Sich selbst ein guter Freund zu sein heißt, die eigene innere Stimme im lautesten Gewirr fremder Stimmen immer hören zu können und ihr auch dann zu folgen, wenn die fremden Stimmen uns bedrohen, verlocken oder manipulieren.

Sich selbst ein guter Freund zu sein heißt, uns so sehen zu können, wie wir wirklich sind, nicht besser, aber auch nicht schlechter. Denn erst wenn wir uns sehen, wie wir wirklich sind, können wir beginnen, uns vorzustellen, wie wir sein könnten.

Sich selbst ein guter Freund zu sein heißt, jene Teile von uns zu akzeptieren, die wir nicht ändern können und uns dafür mit innerer Leidenschaft darauf zu konzentrieren, die Kluft zwischen jenem Menschen, der wir sind, und jenem, der wir sein könnten, kleiner zu machen.

Sich selbst ein guter Freund zu sein heißt, unsere großen Träume nie aus den Augen zu verlieren und darauf zu vertrauen, dass Kräfte in uns stecken, die wir gar nicht ahnen können.

Sich selbst ein guter Freund zu sein heißt, für die vielen Gelegenheiten, die sich jeden Tag anbieten, dankbar zu sein, sie nicht gedankenlos zu übersehen, sondern sie mit Freude auszukosten.

Sich selbst ein guter Freund zu sein heißt, sich alle Zeit der Welt für sich selbst zu nehmen, wenn man diese braucht.

Sich selbst ein guter Freund zu sein heißt, über sich lachen zu können, ohne sich dabei abzuwerten, sondern als liebevoller Weg zur Selbstannahme.

Sich selbst ein guter Freund zu sein heißt, den Mut zu haben, unseren wahren Freunden auch unsere verletzbaren Seiten zu zeigen, sie werden uns dafür noch mehr lieben.

Sich selbst ein guter Freund zu sein heißt, zu verstehen, dass wir uns nicht jeden Tag ein guter Freund sein können, ohne uns dafür bestrafen oder schämen zu müssen.

Sich selbst ein guter Freund zu sein heißt, nie zu vergessen, dass wir über die Fähigkeit zur Liebe verfügen und viel Gutes in uns steckt.

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Pressestimmen

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  • „Zu Andreas Salchers Buch. Es übersteigt die speziellen Freundschaftsbelange der Führungskräfte. Es ist für alle geschrieben, sehr persönlich und einfühlsam. Er erklärt überzeugend, warum Freundschaften für Glück und Gesundheit wichtig sind - und was sie gefährdet. Wir erfahren, warum Freundschaften fast niemals lebenslang halten, erst recht nicht jene zwischen Männern und Frauen.“
    Helmut A. Gansterer im trend 47/2016

  • „50 lose, 15 gute und drei echte Freunde hat man im Leben, sage die Statistik. Salcher macht in seinem Buch gar ein Gebot daraus, dass man nicht mehr als drei wahre Freunde haben soll. Wer mehr habe, möge sich reich beschenkt fühlen – oder aber überlegen, ob seine Definition von Freundschaft stimmt.“
    „Die Presse“ vom 05.11.2016

  • Frage von Ute Brühl im „Kurier“ vom 6. 11. 2016: „Sie haben die zehn Gebote der Freundschaft formuliert. Das Wichtigste ist: "Du sollst dir selbst ein guter Freund sein." Was meinen Sie damit?“ Andreas Salcher: Wenn ich mich selber nicht mag, tu ich mich schwer, andere zu mögen. Ich muss mich selbst und meine eigenen Schatten annehmen – all das, was ich bin, aber nicht sein will. Wenn ich diese Schatten wie Neid, Geiz oder Eifersucht nicht kenne, projiziere ich sie leicht auf andere. Das schwächste Glied in der Kette bin also immer ich selbst.