Fragen an das neue Schuljahr

4. Januar 2015 1 Kommentar

Der Jahresanfang bietet eine gute Gelegenheit Fragen an das neue Schuljahr zu stellen:

Glauben wir, dass in zehn Jahren noch immer ein Lehrer mit dem Rücken zu seinen Schülern vor einer Tafel stehen wird, um mit Kreide Formeln draufzuschreiben, die er dann wieder löscht, sobald die Tafel voll ist?

Glauben wir, dass es sich die Regierung angesichts immer knapperer Budgets noch lange  leisten können wird, mit einer aufgeblähten Schulverwaltungen ein System zu erhalten, das für immer weniger Schüler immer mehr Lehrer benötigt und trotzdem die Kosten der Eltern für Nachhilfestunden explodieren lässt? 

Glauben wir, dass im 21. Jahrhundert in Österreich eine Institution, deren Hauptzweck das Lernen ist, überleben kann, deren 124.000 Mitarbeiter nicht alle zumindest über einen eigenen Computer verfügen, in Teams arbeiten und sich ständig weiterbilden?

Glauben wir, dass wir mit der Belehrungsschule des 19. Jahrhunderts die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, wie immer heterogenere Schulklassen mit hohem Migrantenanteil und dem Anspruch individueller Talentförderung gerecht werden zu können?

Glauben wir, dass Österreich das einzige Land der Welt ist, in dem selbst eine einfache Veränderung wie die Einführung einer standardisierten Matura seit sieben Jahren zum unbezwingbaren Monsterprojekt werden muss?

Glauben wir, dass jede Schulreform in Österreich zum Religionskrieg ausarten muss?

Ich glaube das alles nicht. Und Sie? 

1 Kommentar

  1. Birgitt Glethofer

    15. Juni 2015, 14:58

    Sehr geehrter Herr Salcher,
    wir haben eine sehr illustre Situatio im Rahmen der Matura unserer Tochter Caroline erlebt. Wahrscheinlich können Sie uns nicht helfen, aber vielleicht interessiert Sie die Vorgangsweise der Schule.
    Unsere Tochter hatte sich am Wochenende vor der schriftlichen Biologie Matura einen komplizierten Mittelfußknochenbruch zugezogen. Mit Schmerzmittel und Liegegips ist sie allerdings trotzdem angetreten. Da Sie immer sehr gute Noten in Biologie hatte, vertiefend
    Naturwissenschaften besuchte und auch die VWA mit einem „sehr gut“ in diesem Bereich abschloss, gingen wir davon aus, das wenn auch die Umstände denkbar schlecht sind, das Ergenbis zumindest ein „genügend“ sein wird. Leider war dem nicht so und wir erhielten einen Termin für die neue Kompensationsprüfung. Als unsere Tochter am 01. Juni im Vorbereitungsraum ihre Fragen überreicht bekam, musste sie feststellen das diese nicht aus dem vereinbarten Themenbereichs ihres Professors waren…
    Obwohl sie ihn noch vor der Prüfung darauf hinwies, fand sie kein Gehör. Auch diese Prüfung wurde negativ beurteilt.
    Wir kontaktierten sofort die Schule, bzw. den Biologie Lehrer, der nun einsichtiger war, sich bei uns entschuldigte und uns versprach sich mit dem Direktor bzw. Schulinspektor in Verbindung zu setzen, damit er nötigenfalls am 02. Juni zwei „neue“ Fragen für unsere Tochter einreicht.
    Zeitgleich erkundigten wir uns bei einem Juristen des Schulinspektorrates in Linz, bzw. schicken wir auch schriftlich den Sachverhalt zum Schulinspektor in Linz, der für die Schule unserer Tochter, das BRG Hamerlingstraße, zuständig ist.
    Leiden blieben am 02. Juni die Telefone still, gegen 14:00 Uhr erhielten wir ein Email vom Schulinspektor indem er unseren Unmut über den Prüfungsausgang unserer Tochter nicht versteht, da es für die schriftliche Matura gar keinen Themenpool geben darf und grundsätzlich der gesamte Oberstufenstoff herangezogen werden darf.
    Natürlich können alle Schüler bestätigen das es sehr wohl einen Themenpool gab, darüber hinaus entschuldigte sich ja auch der Biologie Professor bei uns, weil er vergaß den Themenpool bei der Einreichung der Fragen zu berücksichtigen.
    Was können wir nun tun?????
    Ein netter und beliebter Professor, macht einen Fehler – na und? Kann passieren, aber man sollte diesen doch auch lösen können!!!!!
    Nach einem heutigen Termin an der Schule sprach der Direktor lediglich von einem
    Missverständnis, wir können gerne einen Wiederspruch nach der mündlichen Matura machen, aber da es rechtlich keinen Themenpool gibt, steht in so einem Fall Aussage gegen Aussage.
    D.h. ein Schüler mit einem tollen Notendurchschnitt, Zeugnisnoten der achten Klasse in Biologie und Naturwissenschaften mit „befriedigend. und „gut“ fällt duch, weil sich ein netter Professor einmal irrt und das Schulsystem eine Korrektur des Fehlers nicht zulässt.

    Wie bereits anfangs erwähnt, erhoffen wir uns von Ihnen natürlich kein Wunder, wollten aber an richtiger Stelle eine für uns kuriose Geschichte deponieren.

    Freundliche Grüße
    Birgitt & Max Glethofer
    Gerstenstraße 12
    4614 Marchtrenk
    Tel.0699/12120080

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